Reaktionsmechanismen in der Chemie


  • Autor :Martin Ploppa
  • Quellen :Chemie- LK, Dr. Kazmaier
  • Zeeck : Chemie

    Inhaltsverzeichnis:

    1.1 Radikalische Substitution

    1.2 Elektrophile Addition

    1.3 Nucleophile Substitution

    1.4 Nucleophile Addition

    1.1 Radikalische Substitution

    Reaktion der Alkane mit Halogenen

    V: Zu Hexan gibt man einige Tropfen Brom:

    Bei normalem Licht erfolgt keine Reaktion, beim Belichten erfolgt langsam eine Entfärbung, und es entsteht ein Gas, das feuchtes Indikatorpapier rot färbt.

    Bringt man dieses Gas mit Ammoniak-Gas zusammen, entsteht weißer Rauch.

    Bei der Reaktion muß eine Säure entstanden sein. Dabei kann es sich nur um Bromwasserstoff (H-Br) handeln, das nach folgender Reaktonsgleichung entstanden ist.

    
    C6H14        +  Br2             --->             C6H13-Br         H-Br           
    
                                                         +                           
    
    
    
    n-Hexan         Brom                             Monobromhexan   Bromwasserstoff 
    
    
    
    
    
    

    Über den genauen Ablauf informiert der Reaktionsmechanismus:

    1. Startreaktion:

    Homolytische Spaltung von Brommolekülen in jeweils zwei Bromradikale durch Licht. (Vgl. heterolytische Spaltung von Bromwasserstoff)

    2. Kettenreaktion:

    Die Bromradikale reagieren mit Hexanmolekülen unter Abspaltung von H-Atomen. Dabei entsteht Bromwasserstoff und ein Hexylradikal, das wiederum ein Brommolekül homolytisch spaltet.

    
    R-CH3            Br*               R-CH2*           H-Br              
    
      +                    --->                   +                       
    
    
    
    R-CH2*           Br2               R- Ch2 -Br       Br*               
    
    +                     --->           +                                
    
    
    
    R-CH3         +  Br*               R-CH2*           H-Br              
    
                           --->             +                             
    
    
    
    
    
    

    3. Abschlußreaktonen:

    
    R-CH2*                    Br*                  --->  R-CH3-Br                  
    
        +                                                                          
    
    
    
    Br*                       Br*                  --->  Br2                       
    
            +                                                                      
    
    
    
    R-CH2*                    R-CH2*           --->      C12H26                    
    
        +                                                                          
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    

    * = Radikales Molekül

    Man bezeichnet diesen Reaktionsmechanismus als Radikalische Substitution ( SR ).

    1.2 Elektrophile Addition

    Reaktion von Alkenen mit Halogenen

    V: Ein mit Ethen gefüllter Kolben wird mit Bromwasser geschüttelt.

    Die charakteristische Bromfarbe verschwindet, im Kolben entsteht ein Unterdruck. Es muß also

    also eine chemische Reaktion stattgefunden haben.

    Im Unterschied zu Ethen reagiert Ethen , ein ungesättigter Kohlenwasserstoff, sehr viel leichter mit

    Brom, und zwar wird Brom von Ethen addiert.

    
    C2H4                Br2                 -------------->     C2Br2H4             
    
               +                                                                    
    
    
    
    Ethen               Brom                                    1,2 Dibromethan     
    
    
    
    
    
    

    Mechanismus der Additionsreaktion:

    1. Das Br2 - Molekül taucht in die Pi- Elektronenwolke des Ethens ein und wird polarisiert.

    2. Das Br2 - Molekül wird in ein Br+ Kation und ein Br- Anion heterolytisch gespalten.

    Die Pi- Bindung " klappt heraus " und bildet eine C-Br Bindung.

    3. Das Br- Anion nähert sich dem positiven C-Atom und geht dort eine Bindung ein.

    Diesen Mechanismus bezeichnet man als elektrophile Addition, da sich zu Beginn der Reaktion ein elektrophiles Teilchen sich der negativen Elektronenwolke der Pi-Bindung nähert.

    1.3 Nucleophile Substitution

    Dieser Reaktionsmechanismus wird im folgenden anhand der Etherbildung aus Alkoholen (Alkanolen) veranschaulicht.

    1. Schritt

    Protonierung des Alkohols mit konzentrierter Schwefelsäure. Dadurch bildet der Alkohol mit dem Proton der Säure ein Oxonium-Ion, in dem die C-O -Bindung stark polar ist.

    
    R-CH2-OH            H+ [ H2SO4 ]        --->                R-CH2-H2O+          
    
          +                                                                         
    
    
    
    Alkohol             Schwefelsäure                                               
    
    
    
    
    
    

    2. Schritt

    Durch Abspaltung von Wasser bildet sich ein reaktionsfähiges Alkylkation.

    
    R-CH2-H2O+          --->                R-CH2+              H2O                 
    
                                                    +                               
    
    
    
                                            Alkylkation         Wasser              
    
    
    
    
    
    

    3. Schritt

    Dieses Alkylkation reagiert mit dem O-Atom eines zweiten Alkoholmoleküls unter der Bildung eines Dialkyloxoniumions.

    
    R-CH2+              R-CH2-OH            --->                R-CH2-OH-CH2-R      
    
            +                                                                       
    
    
    
    Alkylkation         Alkohol                                 Dialkyloxoniumion   
    
    
    
    
    
    

    4. Schritt

    Dieses Dialkyloxoniumion stabilisiert sich unter Protonenabspaltung zu Ether.

    
    R-CH2-OH-CH2-R      --->                R-CH2-O-CH2-R       H+ [ H2SO4 ]        
    
                                             +                                      
    
    
    
    Dialkyloxoniumion                       Ether               Proton              
    
    
    
    
    
    

    Bei der Etherbildung handelt es sich um einen säurekatalytisch unterstützten Reaktionsmechanismus.

    1.4 Nucleophile Addition

    Dieser Reaktionsmechanismus tritt u.a. bei der Reaktion zwischen Alkoholen und Carbonsäuren auf. Die entstehenden Reaktionsprodukte heißen Carbonsäureester.

    Die Reaktionsgleichung lautet :

    
    R-COOH          R-OH            <--->            R-COO-R         H2O             
    
       +                                                +                            
    
    
    
    Carbonsäure     Alkohol                          Carbonsäureeste Wasser          
    
                                                     r                               
    
    
    
    
    
    

    Diese Reaktion verläuft nach folgendem Reaktionsmechanismus:

    1. Schritt

    Protonierung der Carbonsäure

    
    R-COOH              H+                  <--->               R-C[OH]2+           
    
           +                                                                        
    
    
    
    Carbonsäure         Proton                                                      
    
    
    
    
    
    

    2. Schritt

    Nucleophiler Angriff des Alkohols am positiven C-Atom der Carbonsäure

    
    R-C[OH]2+           R-OH                <--->               R-C[OH]2-OH-R+      
    
           +                                                                        
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    

    3. Schritt

    Protonenwanderung und Wasserabspaltung

    
    R-C[OH]2-OH-R+      <--->               R-COH-O-R+          H2O                 
    
                                               +                                    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    

    4. Schritt

    Stabilisierung durch Protonenabspaltung zu Carbonsäureester

    
    R-COH-O-R+          <--->               R-COO-R             H+                  
    
                                                 +                                  
    
    
    
    
    
    

    Auch bei diesem Reaktionsmechanismus handelt es sich um einen säurekatalytischen Reaktionsmechanismus, da das Proton von einer Säure (z.B. Schwefelsäure) stammt.

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