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[ Klages Biographie ]Wer ist Ludwig Klages ? Er ist nicht nur unbekannt, sondern totgeschwiegen. Er ist der bedeutendste Philosoph und Seelenforscher nach Nietzsche. Ludwig Klages wurde 1872 in Hannover geboren und starb 1956 in Kilchberg (am Zürichsee, u.a. Wohnsitz von Thomas Mann). Sein Hauptwerk ist "Der Geist als Widersacher der Seele". Er ist der Begründer der wissenschaftlichen Graphologie, der Ausdruckslehre (Mimik, Gestik, Vergleich verschiedener Kulturen), sowie die Grundlagen der Charakterkunde. Das Wesentliche bei ihm ist, daß "alles Leben beseelt" sei und sein Weltbild somit lebendige Wirklichkeit darstellt (Biozentrik, Weltfrömmigkeit): "Lebensphilosophie" |
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| Er machte sich wie Einstein Gedanken über die
Raumzeit und das All - nur nicht so mathematisch oder
abstrakt: "Der Wirklichkeitsraum ist der Leib der Wirklichkeitszeit, und die Zeit die Seele des Raumes." "Physikalische Zeit (nicht die unbegreifliche Wirklichkeitszeit = Raumzeit-Geschehen) ist gedachte (!) Zustandsänderung." (Hans Kern, Klages-Sammlung: "Vom Sinn Des Lebens" eine Sammlung bedeutender Klages-Gedanken). "Jedes vollendet Geschaffene beschenkt mit einer Ewigkeitsminute des Glücks." (in Gedenken an Ludwig Klages). Ludwig Klages war Sohn des Kaufmanns Friedrich Ferdinand Louis Klages und seiner Ehefrau Marie Helene (geborene Kolster). Vom Charakter der welfischen Residenzstadt Hannover wurde er stark mitgeformt - er hing sehr am Bilde dieser Stadt. Schon als Schüler beschäftigte er sich als Dichter mit "Fantasiensprüchen und beschreibenden Gedichten". In ihm wohnte also ein intensiver dichterischer Gestaltungsdrang, dem er mit tiefer Beeindruckung großer Dichtungen nachging. [ Leistung ]1890 Entstehung von "Der Sonnenhymnus". Tief beeindruckt von Persönlichkeit und Stabreimdichtung Wilhelm Jordans - einem der unerhörtesten Ereignisse seines Lebens. 1891 Abitur, ab 1892 Chemie- und Physikstudium in München, welches ihm zur zweiten Heimat wurde. 1893-1904 "die großen Jahre im W e l t-Vorort Schwabing" mit seiner "kosmischen Runde": Karl Wolfskehl, Stefan George, Hans Hinrich Busse, Friedrich Huch, Franziska Gräfin zu Reventlow (die bedeutendste Frau im Leben von Klages). |
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| Reichhaltige Vortragstätigkeit während seines
Lebens. Wesentliche Bekanntschaften mit: Erwin
Ackerknecht (Direktor der Stadtbücherei Stettin und
Leiter der dortigen Volkshochschule), Melchior Palágy
(Philosoph, Mathematiker, theoretischer Physiker), Karl
Albrecht Bernoulli, Johannes Ninck, Alfred Schuler
(Mythologe). 1908 Gründung eines psycho-diagnostischen Seminars in München. Weitere Werke: "Vom Wesens des Bewußtseins" (1921), "Ausdrucksbewegung und Gestaltungskraft" (1923), "Zur Ausdruckslehre und Charakterkunde" (1926), "Vom Kosmogonischen Eros" (1930), "Die psychologischen Errungenschaften Nietzsches" (1930, zentrales Werk Klages), "Vom Verhältnis der Erziehung zum Wesen des Menschen" (1935), "Vom Wesen des Rhythmus" (1934), "Mensch und Erde" (1937), "Handschrift und Charakter" (1940). |
Weitere Informationen über das Totschweigen Klages können auf der folgenden Seite erfaßt werden: Ludwig Klages - ein Antisemit ? Eine intensive Aufklärung. |
| Herr Dr. Hans-Lothar Schade (ein ausgesprochen guter
Kenner von Ludwig Klages), der an der Erarbeitung dieser
Informationen mitgewirkt hat, besuchte diese große
Persönlichkeit in Kilchberg. Zur Begegnung mit diesem
Menschen hat er folgendes in Erinnerung: "Tief beeindruckende, mächtig ausstrahlende Persönlichkeit in strenger dunkler Kleidung mit am Halse abschließendem Plastron." Dr. Schade besuchte Vorträge von Klages in Bonn (1932) und in München (1936). [ Eine Aufklärung gegen das Totschweigen Klages ]Der Nachweis der Widersacherschaft zwischen Geist und Seele steht mindestens seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert im "empörenden" Widerspruch zum Zeitgeist. Die von Nietzsche zumal in seinen Spätschriften bloßgelegte Lebensfeindschaft der christlichen Theologie nimmt Klages mit Recht wieder auf und zieht sich dadurch ebenfalls die heftige Gegnerschaft christlicher Weltdeutung zu. Aus der Heftigkeit dieser Gegnerschaft ergab sich das unverantwortliche Totschweigen dieses bedeutendsten Denkers und Psychologen nach Nietzsche, wobei diese christliche Unduldsamkeit aus ihrer Erfahrung mit dem Phänomen Nietzsche ihren Nutzen zog (Ihre Nutzanwendung gegen Klages). Der von einigen Seiten dieser Gegnerschaft behauptete
Antisemitismus von Klages ist völlig unberechtigt und
kann sich höchstens beziehen auf die Formulierung
'Jahwes' (des jüdischen Gottes) als
"Rachegott", da die moralische Grundlage der
jüdischen und somit der christlichen Religion unter
Hinweis auf das stets drohende 'Böse' eine Verbotsreligion
ist. Einen Antisemitischen Gedanken gibt es in allen
seinen Werken nicht. Der wohl vorhandene Antisemitismus Alfred Schulers darf Ludwig Klages auf keinen Fall zugerechnet werden. Alfred Schuler, welcher ein "Sonderling" war (Schuler neigte zur mystischen Weltdeutung, z.B. durch antike (auch römische) Kulturen), hatte seine endogene mystologische Weltdeutung eingebracht und war Antisemit. Außerdem: Heide, Anti-Jahwist (Gegen den jüdischen Gott Jahwe) Alfred Schuler war charakterologisch gesehen ein Sonderling. Er gehörte mit Ludwig Klages zu den "Kosmikern" in München ("kosmische Runde"). Er lebte sich so in Wesen und Kultgebräuche der heidnischen Antike ein. Insbesondere des spätkaiserlichen Roms, der Geheimnisse des Altertums. Er starb 1923. Meinung Dr. Schades über das Totschweigen einer derart großen Persönlichkeit (Ludwig Klages): "Das Totschweigen eines Genius ist seelisch-geistiger Mord an ihm." Weitere Informationen über das Totschweigen Klages können auf der folgenden Seite erfaßt werden: Ludwig Klages - ein Antisemit ? Eine intensive Aufklärung. Stephan J. Simon, 1997 |
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Weitere Informationen und Themen zu Klages finden sich auf folgenden Websites:http://www.weltkreis.com/mauthner.html
(Mauthner-Gesellschaft / Verein der Sprachkritiker,
Klages als Sprachkritiker) |
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